Jetzt fühlen wir auf den Zahn.

Vorbei die Zeiten bei DR.TIER, in denen noch mit sanfter Umschrei­bung und auf­bau­en­den Worten die Themen Zahn­pfle­ge und Zahn­ge­sund­heit näher gebracht wurden – zumin­dest vorerst. Die vor­her­ge­hen­den Teile unserer Serie „Zahn um Zahn“ haben Ihnen bereits Ein­blick in den Aufbau der Zähne und die Grund­la­gen der Zahn­ge­sund­heit (Teil 1) sowie die ein­zel­nen Folgen man­geln­der Zahn­pfle­ge (Teil 2) ermög­licht.

Jetzt sind wir aber leider an dem Punkt, an dem das Gebiss unserer Hunde und Katzen ernst­haf­te Pro­ble­me berei­tet. Viel­leicht können Sie sich aus eigener „mensch­li­cher“ Erfah­rung bereits denken, was jetzt wohl kommt…

Wenn’s ernst wird – wichtige Behandlungsmethoden.

Jetzt muss der Tier­arzt an die Zähne ran, jetzt wird’s gru­se­lig: Zeit für die „furcht­erre­gen­den“ zahn­me­di­zi­ni­schen Instru­men­te. Da hätten wir Extrak­ti­ons­he­bel, Peri­ost­he­ber, Wur­zel­he­ber, Zahn­zan­ge, Wur­zel­spit­zen­aus­schä­ler, Scaler und vieles, vieles mehr. Klingt schreck­lich, oder?

Oft muss es zur Ver­wen­dung dieser Werk­zeu­ge erst gar nicht kommen. Aber wenn wir an diesem Punkt ange­kom­men sind, müssen Sie und Ihr Lieb­ling da durch. Das einzig Gute: Unsere Lieb­lin­ge bekom­men davon nicht viel mit. Denn bei fast allen Zahn­be­hand­lun­gen bekom­men Hund und Katz’ eine Voll­nar­ko­se, schla­fen also tief und fest.


Zahnsteinentfernung.

Zahn­stein kann zum einen manuell durch einen soge­nann­ten Scaler ent­fernt werden. Dabei wird – meist ohne Voll­nar­ko­se – ver­sucht, Zahn­be­lä­ge und Zahn­stein von der Zahn­ober­flä­che zu kratzen.
Problem: an die Innen­flä­chen kommt man sehr schwer ran und nicht jedes Tier lässt das so ohne wei­te­res machen.

Wesent­lich gründ­li­che­re Ergeb­nis­se erzielt man – unter Voll­nar­ko­se – durch die Zahn­stein­ent­fer­nung mittels Ultra­schall. Da das Tier schläft, kann der Tier­arzt sich jeder Ecke und jeder Fläche des Zahns zu widmen und diese gründ­lich rei­ni­gen. Abschlie­ßend sollte der Zahn noch poliert und fluo­ri­d­iert werden, um der Ent­ste­hung von neuem Zahn­stein vor­zu­beu­gen.

Wenn Sie früh genug reagiert haben, kann Ihr Hund wieder mit beinahe perfekt weißen Zähnen auf­war­ten und die Zahn­fleisch­ent­zün­dun­gen gehen zurück. Wenn nicht, bleibt leider nur:


Wurzelbehandlung.

Wenn mit der Zahn­stein­ent­fer­nung zu lange gewar­tet wird und der Zahn selbst schon ange­grif­fen ist, müssen andere Behand­lungs­me­tho­den erfol­gen, um die ent­stan­de­nen Ent­zün­dun­gen zurück­zu­drän­gen. Bei Hunden bietet sich unter bestimm­ten Umstän­den auch eine Wur­zel­be­hand­lung, sowie Zahn­fül­lun­gen an. Bei Katzen hin­ge­gen führt meist kein Weg am Ziehen des betrof­fe­nen Zahnes vorbei.


Zahn ziehen.

Natür­lich ist das Ziehen der Zähne nicht die opti­ma­le Methode, sowohl für den Besit­zer als auch für das Haus­tier. Die Folgen von ange­grif­fe­nen Zähnen im Maul des Tieres sind aber deut­lich bedroh­li­cher, wie wir im 2. Teil unserer Serie bereits gelernt haben. Zahn­aus­fall, Kno­chen­ent­zün­dung und sogar Organ­schä­den können die Folge sein. Zudem ist für die meisten Tiere das Leben als zahn­lo­ser Tiger (oder Wolf) kein wirk­li­ches Problem. Wir haben ja bereits gelernt, dass Hunde und Katzen ohnehin nicht so auf Kauen stehen und eher zum ein­fa­chen Schlin­gen neigen. Daher funk­tio­niert die Nah­rungs­auf­nah­me auch ohne Zähne meist völlig pro­blem­los. 

Soweit muss es aber natür­lich nicht kommen. Daher lieber so früh wie möglich den Zahn­stein ent­fer­nen lassen, als länger zu warten und die Zähne Ihres Haus­tiers zu opfern.


Was Sie für die Zähne Ihres Tieres tun können, damit’s erst gar­nicht so schlimm wird oder zumin­dest nicht so schnell, zeigen wir Ihnen im nächs­ten Teil unserer Infor­ma­ti­ons­rei­he “Zahn um Zahn: Was Sie tun können”.

Noch Fragen?

Dann schrei­ben Sie uns oder rufen Sie uns an.

Herz­lichst, Ihr

DR.TIER
Dr. med. vet. Stefan Kuscha
Höhen­kir­chen. München.